Urlaubsort Zingst mit seiner Geschichte

Einer der schönsten Urlaubsorte Deutschlands liegt am östlichen Ende der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die Halbinsel Zingst ist ein gemütlicher Ort, um entspannt den Urlaub an der deutschen Ostsee genießen zu können. Das staatlich anerkannte Ostseeheilbad mit dem kleinen Hafen und der wunderschönen Seepromenade mit Seebrücke geben Zingst im Zusammenspiel mit den kleinen gemütlichen Kapitänshäusern einen Flair, den man nur hier erleben kann.

Die traditionsreiche Halbinsel ist entweder über Prerow oder vom Festland zu erreichen. Vom Festland gelangt man über die Meiningenbrücke direkt auf die Halbinsel Zingst. Ein Großteil dieser beeindruckenden Landschaft ist dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zugeordnet. Diese erstreckt sich von der Ostsee im Norden bis zum Barther Bodden im Süden der Halbinsel.

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die schöne Halbinsel Zingst etwas näher bringen. Lesen Sie, was es über diesen schönen Urlaubsort an der Ostsee zu berichten gibt.

Lage der Halbinsel Zingst

Das Ostseeheilbad Zingst liegt mit den Orten Ahrenshoop und Prerow auf der Küstenseite der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die Orte Zingst und Prerow zählen mit ihren 15 Kilometer langen, steinfreien Stränden zu den größten und beliebtesten Badeorten der Region. Born und Wieck liegen auf der Boddenseite. Als Bodden bezeichnet man ein flaches Gewässer mit einer schmalen Öffnung zum Meer.

Wappen der Halbinsel Zingst

DEU Zingst COA

Das Innenministerium genehmigte das Wappen am 16.März 1994. In der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern wurde das Wappen von Zingst unter der Nummer 16 registriert.

Blasonierung: „Halbgespalten und durch Wellenschnitt geteilt, vorn oben in Blau ein goldener Dreizack, hinten oben in Silber pfahlweise drei auffliegende schwarze Kraniche, unten in Gold ein roter Greif mit roter ausgeschlagener Zunge und goldener Bewehrung, in den Fängen einen silbernen Anker haltend.“ (Wikipedia)

Welcher Dialekt wird auf Zingst gesprochen?

Wer die Region um Zingst besucht, wird ab und zu im Dialekt begrüßt. Dieser Dialekt nennt sich West- oder auch Vorpommersch und entstammt der ostnierderdeutschen Sprachkultur. Von privat betriebenen Ferienhäusern und Wohnungen wird man so als Gast gern begrüßt. Besonders markant an diesem Dialekt ist die sehr knappe, etwas harte Ausdrucksweise, welche eventuell auch durch die Literatur wie die der Gebrüder Grimm bekannt ist.

Entstehung von Fischland-Darß-Zingst

Wer sich über die geologische Entstehung der Halbinselkette von Fischland-Darß-Zingst informieren möchte, findet eine genauere Beschreibung auf den Seiten von Darss.org.

Die Entwicklung der Halbinsel begann in etwa nach der ersten Eiszeit. In den letzten Jahren veränderte sich die Küste ständig. Auf einigen Teilen der Halbinsel brach die Küste, insbesondere bei Stürmen aus dem Westen.

Gegenwärtig tragen Strömungen und Wellen Küstengebiete regelmäßig vom Festland ab, die sich besonders am Darßer Ort wieder ablagern. Somit wächst die Halbinsel immer mehr in die Ostsee.

Die Geschichte von Zingst

Die Anfänge auf der Halbinsel Zingst

Mittlere Steinzeit bis jüngere Steinzeit

Funde von ersten Besiedlungsspuren auf der ursprünglichen Insel belegen, dass schon vor 5000 bis 6000 Jahren Menschen die Region nutzten. Der Meeresspiegel lag zu dieser Zeit (Ende der Weichselsteinzeit) um einiges tiefer und die ehemalige Insel wurde dadurch mit dem Festland verbunden. Im Ortsteil Müggeburg, auf den Sundischen Wiesen und an der Hohen Dühne wurden Feuersteinwerkzeuge aus dieser Zeit gefunden. Das heutige Meeresspiegelniveau wurde erst in der jüngeren Steinzeit erreicht. Diese Zeit der Besiedlung wurde durch Funde in Prerow belegt.

Zeit der Slawen – Mitte des 6. Jahrhunderts

Kurz darauf brach die nachweisbare Besiedlung ab, genutzt wurde die Halbinsel durch bei Barth angesiedelte Slawen aber weiterhin. Der Name der Halbinsel Zingst (Heuinsel) leitet sich aus dem slawischen Wort Zeno (Heu) ab. Ganz in der Nähe des Prerower Stroms wurden Reste eines Burgwalls der Slawen gefunden. Diesen Burgwall nennt man auch die Hertesburg. Die Hertesburg war aber nur ein kleiner unbedeutender Burgwall der Slaven. Bekanntere Burgwälle der Slaven finden sie hier.

Ende des 13. Jahrhunderts bis Mitte des 16. Jahrhunderts – Die deutsche Besiedlung der Halbinsel Zingst

Die deutsche Besiedlung der Halbinsel Zingst setzte sehr langsam im Rahmen der Ostkolonisation ein. Darß-Zingst gehörte bis zum Jahr 1292 zum Fürstentum Rügen. Der slawische Burgwall wurde in dieser Zeit vorwiegend als Zollstation des Landesfürsten genutzt. In diesem Jahr wurde die Insel an ein Zisterziener Kloster verkauft. Die Zisterzienser begannen, die Halbinsel Zingst mit Bauern zu besiedeln. Auch die Stadt Stralsund bewirtschaftete seit dem Jahr 1290 den östlichen Teil der Insel; Grenzsteine belegen, dass ein Großteil der heutigen Sundischen Wiesen als Viehweide der Stadt genutzt wurde.

Grenzstreit zwischen Stralsund, Barth und Zingst Von JanTappenbeck – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Grenzstreit zwischen Stralsund, Barth und Zingst / JanTappenbeck  CC BY-SA 3.0

Um 1500 verbreiteten sich immer mehr Likedeeler (Vitalienbrüder)  rund um Zingst. Ein Kloster auf der Insel Hiddensee besaß große Teile der Halbinsel Zingst. Die Vitalienbrüder verkauften die schöne Insel später an Herzog Barnim. Der Herzog verpfändete das Land Zingst mit den Ländereien Bart und Dammgarten seiner Nichte Katharine von Werle.

Die erste urkundliche Benennung von Zingst stammt aus dem Jahr 1532 mit der Bezeichnung der Ortsteile Pahlen und Hanshagen. Dies spiegelt die junge Vergangenheit der Halbinsel Zingst wieder; der Name des Ortsteils Pahlen entstammt der slawischen Sprache und Hanshagen ist deutsch. Erste Erwähnung findet 1532 zudem der fürstliche Viehhof.

Ein Grenzstreit zwischen Stralsund, Barth und Zingst hatte zur Folge, dass auf der Halbinsel Grenzsteine gesetzt wurden. Einer dieser Grenzsteine ist heute noch zu betrachten. Diesen findet man am sogenannten “Dreiländereck” im Osterwald auf Zingst.

Weitere Siedlungen im 17. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts

An der Ostspitze von Zingst wurde im Jahr 1660 ein Bauerndorf mit Namen Pramont gegründet. Weitere Siedlungen, die in dieser Zeit entstanden, sind Müggenburg, Straminke und Bey den Wiesen. Die Siedlung Straminke wurde später als reines Forstgehöft geführt und fiel bis auf wenige Häuser dem Sturmhochwasser 1625 zum Opfer. Während des 30-jährigen Krieges stand Zingst, so wie ganz Vorpommern, unter schwedischer Herrschaft. Das damalige Schwedisch-Pommern galt bis zum Kieler Frieden 1814. Ab 1815 zählte Zingst mit zu den preußischen Ländereien.

Zingst und seine Seefahrtsgeschichte

Neben der Fischerei, dem Holz- und Torfabbau und ein wenig Landwirtschaft spielte auf Grund der Lage auch die Schifffahrt auf der Insel Zingst eine entscheidende Rolle. Durch eine sehr abgeschiedene Lage wurden der Fischfang und eine Verbindung zum Festland immer bedeutender. Durch Holz und Viehtransporte auf das Festland entstanden etablierte Schiffsverbindungen von den Eigentümern der Insel zur Hansestadt Stralsund und Barth. Der Schiffverkehr blühte im 18. Jahrhundert auf Grund der hohen Nachfrage an Vieh und Holz auf. Die Schiffe auf den Transportwegen wurden immer größer und seetüchtiger. Die Insel Zingst hatte damals den Vorteil zweier Zufahrten zur Ostsee, den Prerower Strom und die Enge bei Barhöft.

Edles Holz, wie z.B. Kronholz, wurde nach Skandinavien verschifft; dadurch gelang es Zingst damals, Barth zu übertreffen. Das „Goldene Zeitalter“ für Zingst brach an. Schiffe aus Zingst befuhren die Nord- und Ostsee, das Mittelmeer und einige Ozeane. Die wirtschaftliche Bedeutung der kleinen Insel nahm immer mehr zu.

Schiffbau auf der Halbinsel Zingst 

Die Werftstraße in Zingst hatte damals drei Werften, in denen Schiffe mit einer Länge von bis zu 40 Metern gebaut werden konnten. Diese wurden teilweise in anderen Werften weiter verbessert. Die großen Werften der umliegenden Hafenstädte waren sich der zunehmenden Konkurrenz durch die Zingster Werften bewusst und baten den schwedischen König, die an kleinere Orte vergebenen Privilegien zu widerrufen, jedoch ohne Erfolg. Der König von Schweden wusste die gut ausgebildeten Schiffsbauer und Seeleute gut einzusetzen. Diese wurden “Graumatrosen” in der königlichen Kriegsflotte von Schweden.

Auf Grund der damals politischen Lage in England und der geografischen Lage von Zingst wurden die Schifffahrt und der Schiffbau zum vorherrschendem Wirtschaftszweig auf der Halbinsel Zingst. Die großen Reedereien befanden sich eher in Barth, da hier die vermögende Schicht wohnte. Die Mannschaften und Matrosen der Schiffe wohnten auf der Halbinsel Zingst. Auf Grund der weiter wachsenden Notwendigkeit der Seefahrt verloren Fischerei und Viehzucht immer mehr an Bedeutung.

Im Zeitraum von 1781 bis 1823 wurden laut gefundenen Aufzeichnungen 76 Schiffe in den Zingster Werften gebaut. Darunter waren 4 Barken, 19 Schoner und 14 Galeassen. Das beeindruckendste Schiff, was auf Zingst gefertigt wurde, war die Bark Nordpol mit 367 Registertonnen und einer Länge von 36 Metern. Im Jahr 1844 eröffnete in Zingst die Navigationsvorschule, die der Grundausbildung zukünftiger Kapitäne und Steuerleute diente.

Das Ende des Schiffbaus und des 19. Jahrhunderts auf Zingst 

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CC BY-SA 3.0

In Zeiten der ständigen Zunahme der Dampfschifffahrt mit immer größeren Schiffen wurde das Ende des Aufwärtstrends in Zingst eingeleitet. Modernere Großsegler und Dampfschiffe konnten in der Region um den Darß nicht mehr profitabel eingesetzt werden. Auch die Schutzzölle, die Graf Bismarck (Otto von Bismarck) seiner Zeit eingeführt hat, vertrieben viele Handelspartner aus den skandinavischen Ländern. Den kurzen Aufschwung am Ende des 19. Jahrhunderts verpassten die Zingster Seeleute. Viele von ihnen mussten auf Grund der wirtschaftlichen Lage Zingst verlassen, so dass die Bevölkerungszahl bis fast auf die Hälfte sank.

Nach dem Weltkrieg 1918 wurde die Schifffahrt in der Region fast bedeutungslos, nur die Anfänge des Tourismus fingen die Zingster auf und sorgten um den Darß wieder für Arbeitsplätze.

Unglücke im Zingster Schiffbau

Wie auch in anderen Werften gab es in der Zingster Werft einige Unglücke. So verstarben am 13.5.1867 viele Seeleute nach einem Unglück in der Zingster Reederei. An diesem Tag riss sich ein vor Anker liegendes Schiff durch einen Sturm los und zerschellte an einer naheliegenden Sandbank. Der Kapitän des Schiffes musste dieses Ereignis von Land aus betrachten und sah, wie sein Schiff und seine Mannschaft untergingen.

Zingst als Seebad in der Vorkriegszeit

Seit dem Jahr 1700 zählten die beiden Ortsteile von Zingst, Pahlen und Hanshagen, als eine Gemeinde und wurden von einem Beamten “Schulzen” geleitet. Durch die Zusammenlegung der beiden Ortsteile entstand im Jahr 1823 der jetzige Ort Zingst.

Schon der Gelehrte Georg Christoph Lichtenberg erkannte im Jahr 1793 die heilende Wirkung von Seebädern und forderte diese auch für Deutschland. Heiligendamm, das erste offizielle Seebad Deutschlands, eröffnete 1794, worauf wenige Zeit später in vielen Orten an der Ostseeküste Seebäder gegründet wurden. Die abgeschiedene Lage der Insel Zingst sorgte erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts für die ersten Urlauber. Auf dem Festland wurde Zingst durch das Sturmhochwasser von 1872 bekannt; dieses sorgte im ganzen Land für Aufsehen und das Interesse an der schönen Insel nahm wieder rasant zu.

Ab 1880 gab es eine kurze Fährverbindung zur Insel Zingst nach Timmort; diese war über die Straße zwischen Barth und Bresewitz zu erreichen. Das Badecomitè von Zingst wurde 1881 gegründet. Die Gründungsväter des Comitè’s waren ein Gastwirt und ein Kapitän. Der Gastwirt eröffnete kurz darauf das erste Strandrestaurant an der Ostsee. Im selben Jahr wurden neben dem Strandrestaurant an der Ostseeküste zwei Bäder eröffnet, eines für Damen und das andere für Herren. Die getrennten Badeanstalten lagen über einen Kilometer voneinander entfernt. Dies wurde bis zum Jahr 1898 beibehalten, in dem die Gemeinde die Verwaltung der Bäder übernahm. 1898 wurde neben dem Kaltbad in Rammin ein Warmbad in Parow eröffnet.

Nachdem schon lange ein gemeinsames Familienbad geplant war, wurde dieses 1913 eingeführt. Die Gäste des Seebades Zingst wurden 1913 in fünf Hotels, 9 Pensionen und in vielen Privathäusern untergebracht. So waren im Jahr 1913 doppelt so viele Gäste auf Zingst wie der Ort Einwohner besaß. Die Besucherströme konnten nur durch die Preise eingedämmt werden. Für eine Übernachtung verlangte man zwischen 3,50 und 5 Reichsmark. Dies entsprach einem Viertel des Monatseinkommens der meisten Arbeiter. Die Zeiten des ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) brachten den Fremdenverkehr fast zum Erliegen.

Zingst in den Zeiten nach dem 1. Weltkrieg

Nach 1918 erholte sich der Ort schnell. Da nicht mehr getrennt gebadet wurde, erfolgte der Abriss des ehemals eingeführten Damen- und Herrenbades. Nur das Familienbad bestand noch bis ins Jahr 1937. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise wuchs die Anzahl der Besucher enorm; so wurden 1939 über 8000 Übernachtungen allein auf der Insel Zingst gezählt, was dem charmanten Charakter des Ortes und der Ortsgröße nichts ausmachten.

Das Ostseeheilbad auf der Halbinsel Zingst in der heutigen Zeit

Nach der Schließung der Ferieneinrichtungen des FDGB und der Bundeswehrstandorte 1991 hatte die Region mit einer hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen. In den folgenden Jahren wurde vermehrt auf die Infrastruktur und auf den Bau neuer Hotels und Ferienanlagen geachtet. Dadurch wurde der Tourismus wieder stark angekurbelt und die Zahlen der Besucher stiegen. Das Kasernengelände wurde als Campingplatz genutzt und im Jahr 1991 quartierte sich das Heimatmuseum in das jetzige Haus Morgensonne ein. Schon im Jahr 1992 bekam der Ferienort Zingst die “Blaue Europaflagge” und war damit einer der ersten Orte in den neuen Bundesländern mit dieser Flagge.

Die Blaue Flagge (früher: Blaue Europaflagge) ist eine weltweite Auszeichnung, die ein Kurort für die Qualität eines oder mehrerer Strandabschnitte erhält. Dieses touristische Umwelt-Gütesiegel wird jeweils für ein Jahr verliehen. Die Auszeichnung erfolgt durch eine unabhängige Umweltstiftung, wenn der Badeort die Erfüllung bestimmter Anforderungen bezüglich des Umweltmanagments nachweisen kann. (Die Blaue Flagge)

Die neue Seebrücke Zingst wurde am Hauptübergang neben dem Kurhaus im Jahr 1993 eröffnet. Ein Jahr darauf eröffnete die Mutter-Kind-Klinik der Barmer Ersatzkasse und 1996 das private Kurmittelzentrum. Das jetzige Kurhaus entstand 2000 am gleichen Ort, wo es 1998 abgerissen wurde. In den Jahren 1994 bis 2011 zählte Zingst zum Landkreis Nordvorpommern. In dieser Zeit wurden neue Besucherrekorde erreicht. So zählte die Halbinsel im Jahr 2001 über 500.000 Gäste. Im darauf folgenden Jahr wurde dem Ort Zingst der staatlich anerkannte Titel “Ostseeheilbad” verliehen.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) betreibt auf Zingst einen eigenen Standort, hier ist das Seenotrettungsboot Zander stationiert.

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Von Hajotthu – Eigenes Werk, CC BY 3.0, Naturbelassene Landschaft auf den Sundischen Wiesen

Zingst als militärischer Standort

Durch die Aufrüstung vor dem 2. Weltkrieg wurden neue Bombenabwurf- und Schießgelände benötigt. Die Wahl der Verantwortlichen fiel auf die heutigen Sundischen Wiesen. Im Juni des Jahres 1937 wurden Bewohner dieser Region zwangsumgesiedelt. In Zingst entstand zu dieser Zeit eine kleine Garnison einer Flaklehreinheit. Die Sundischen Wiesen wurden als Flakschießstand und als Bombenabwurfgelände genutzt und ein notdürftiger Flugplatz errichtet.

Im Jahr 1937, als Zingst zum KdF Bad (Kraft durch Freude)  ernannt wurde, entstand auf der Insel der erste Wehrmachtsstandort. Im 2. Weltkrieg befand sich zwischen 1940 und 1945 auf dem Flakschießplatz des Wehrmachsstandortes ein Kriegsgefangenenlager, dessen Insassen in den Werken der Ernst Heinkel Flugzeugwerke von Barth Zwangsarbeit verrichten mussten.

Militärische Nutzung nach dem 2. Weltkrieg

Kurz nach dem Krieg blieben die Flächen leider nicht lange vor militärischer Nutzung verschont. So nutzte die Kasernierte Volkspolizei im Bereich der Hohen Düne einen Schießplatz. 1956 wurde die NVA gegründet, welche das Gebiet der Sundischen Wiesen als Flak-Schießplatz verwendete. Im Kasernengelände wurde eine Ausbildungseinheit für Flugabwehrraketen stationiert und eine Seefunkstelle der Volksmarine betrieben. Ebenfalls wurde zu dieser Zeit das Gelände im Süden der Insel zu einem militärischen Sperrgebiet. Hier wurden Experimente mit Höhenforschungsraketen durchgeführt. Die Nutzung der Insel durch die NVA endete im Dezember 1990.

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Alma , CC BY-SA 2.5 Die Sundischen Wiesen kurz hinter der Hohen Düne

Militärische Nutzung nach der deutschen Einheit

Die Bundeswehr nutzte die vorhandenen Einrichtungen wie Übungsplatz und Kaserne noch kurze Zeit weiter, bis sie 1993 die Kaserne schlossen und  1991 den Truppenübungsplatz aufgaben.

Nach dem Ende der militärischen Nutzung baute der Bund fast alle militärischen Einrichtungen im Bereich der Sundischen Wiesen zurück; nur das Wachgebäude, welches jetzt als Nationalparkinformatinsstelle dient, blieb erhalten. Das ehemalige Kasernengelände im Ort wird heute teilweise als Campingplatz genutzt. Andere Teile stehen dem Wasserschutz und der Gemeindeverwaltung zur Verfügung.

Sturmhochwasser und Küstenschutz

Seit dem Sturmfluten und Hochwässer registriert werden, wurden auf der Halbinsel Zingst über 50 Sturmhochwasser gemeldet. Allein zwischen den Jahren 1596 und 1881 sind über Zingst 15 schwere Hochwasser eingebrochen. Diese hinterließen eine Menge Spuren im Zingster Land. Derartige Spuren sind von Wasser gefüllte Senken, die auch jetzt noch zu sehen sind. Beispiele dafür sind die Ellerbeck, das Alte-, das Hundetief und die Alte Straminke, die 1625 durch ein Sturmhochwasser entstand. Wohl das schlimmste Hochwasser war das Osterhochwasser 1872. Es erreichte einen Stand von 2,92 Meter über Null. Im 20. Jahrhundert wurden insgesamt 7 schwere Sturmhochwasser registriert.

Bereits in den Anfängen des 19. Jahrhunderts erfolgten erste Maßnahmen zum Küstenschutz und zur Sturmflutabwehr. 1848 entstand ein Deich um den gesamten Ort. In den Jahren 1872 und 1874 wurde dieser Deich weiter verstärkt und bis Prerow gebaut. Ab 1900 legte man hinter dem Deich einen Schutzwald an.

Über 400 Buhnen entstanden in den Jahren bis 1930. 1964 erfolgte die Erneuerung und Erhöhung des Seedeiches. Der Deich am Bodden ist mit 3 Metern über Null nur einen Meter niedriger als der Ostsee-seitige Deich. Das früher entstandene Deichsystem auf dem Darß und auf Zingst ist mittlerweile ein beliebter Fußgänger- und Radweg.

Bekannte Personen

Auch wenn die Halbinsel Zingst nicht besonders groß ist, gibt es dennoch einige mehr oder weniger bekannte Personen, die im Zusammenhang mit dieser schönen Halbinsel stehen. So liegt z.B. die vorpommersche Heimatdichterin Martha Müller-Grählert auf dem Friedhof in Zingst begraben. Martha Müller-Grählert ist bekannt durch das von ihr geschriebene “Ostseewellenlied”.

Mit seiner schönen Landschaft begeisterte Zingst besonders viele Maler. Diese verbrachten oft ihre letzten Tage auf der Halbinsel und fanden in Zingst ihre letzte Ruhe. Einige Maler, die hier ihren Lebensabend verbrachten, sind zum Beispiel Reinhold Hober (1946 gest.), Otto Lämmerhirt (1935 gest.) und Willy Knull, der in Zingst geboren und gestorben ist.

Zingst in Film und Fernsehen

Die schöne Landschaft und die etwas rauere Ostsee ist nicht nur bei Malern beliebt. Film und Fernsehen haben die wunderschöne Gegend ebenfalls für sich entdeckt. So sind im Laufe der Jahre auch einige Filme auf der Halbinselkette entstanden. In Zingst wurden folgende Filme gedreht.

  • Camping mit Herz
  • ENDLICH RUHE!
  • Die Wiedergänger
  • Karawane der Köche
  • Land zwischen Belt und Bodden: Die Ostseeküste von Wismar bis Hiddensee/ Die Ostseeküste von Rügen bis Usedom
  • Eine Robbe und das große Glück
  • Fremder Freund
  • Ella Schön

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